FÜR SAUBERE LUFT


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Diese Seiten sind meinem Lebensgefährten und Partner von über 15 Jahren gewidmet, der gezwungen war, zu viele seiner letzten Tage im Kampf zu verbringen, saubere Luft zum Atmen zu finden. Diese Seiten sind auch den Millionen von Menschen gewidmet, die nicht mehr zum Tanzen ausgehen, weil es keine rauchfreien Tanzsäle gibt, den Millionen, die Zuhause essen, weil es keine rauchfreien Restaurants gibt, den Millionen, die nach einem weiten Flug an ihrem Reiseziel mit Kopfschmerzen, Nasennebenhöhlenentzündungen, Ohrinfekten, Asthmaattacken und Übelkeit ankamen, weil es keine rauchfreien internationalen Flüge gab. Diese Seiten sind den Millionen mit HIV, Herz und Lungenerkrankungen, Asthma und anderen chronischen Erkrankungen gewidmet, denen, wenn sie eine rauchfreie Umgebung fordern, gesagt wird: „ Es ist nicht meine Schuld, dass sie krank sind!“ Diese Seiten sind der Idee gewidmet, daß wir alle ein grundlegendes Recht haben, in einer Umgebung zu leben, zu arbeiten und uns zu unterhalten, welche unsere Gesundheit nicht gefährdet. Die Tage des romantisierenden Tabakkonsums sind vorbei. Am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts stehen wir vor der harten Realität, dass es Plätze auf der Erde gibt, wo jemand mit Atembeschwerden keine saubere Luft zum atmen findet, sei es drinnen oder draußen. Dies muß und wird sich ändern!

PASSIVRAUCH
Jüngste Studien, welche eine Verbindung nachweisen zwischen passivem Rauch und durch Rauch verursachte Krankheiten bei Personen, die keine Tabakprodukte konsumieren, führten zu zahlreichen Prozessen und neuen Bestimmungen bezüglich des Rauchens in öffentlichen Gebäuden. Schon bevor uns diese Studien Aufschluss gaben, waren Fälle von Nichtrauchern bekannt, welche an von Rauch verursachten Krankheiten litten, da sie Passivrauch am Arbeitsplatz ausgesetzt waren. Das augenfälligste Beispiel gaben die Fluggesellschaften , bei denen die hohe Rate an von durch Rauch verursachte Krankheiten bei Nichtrauchern die Gesellschaften veranlasste, Nichtraucherflüge zu schaffen. Das Aufkommen von Nichtraucherflügen bestätigte dann den Verdacht von vielen nicht rauchenden Reisenden, dass ihre Reisebeschwerden durch die Gegenwart von Zigarettenrauch entstanden waren. Ein Nichtraucher muss definiert werden, als eine Person die nicht wiederholt hohen Konzentrationen von Tabakrauch ausgesetzt ist. Studien, welche mit Personen arbeiten, die wiederholt hohen Konzentrationen von Tabakrauch ausgesetzt sind, können sich durch die Resultate täuschen und annehmen, dass kaum ein Unterschied zwischen Rauchern und Nichtrauchern besteht. Wenn man sie mit Resultaten von Studien vergleicht, welche Personen verwenden, die in einer rauchfreien Umgebung leben, dann kann man die ersteren Studien nur als weiteren Beweis sehen, für das hohe Risiko des Passivrauchens.
" Passivrauch enthält mehr als 4600 Chemikalien, darunter Zyanid, Arsen, Formaldehyd, Kohlenmonoxid und Ammoniak. Aus zwei Gründen sind manche dieser Stoffe im Passivrauch höher konzentriert als im inhalierten Rauch: Erstens verbrennt der Tabak mit einer höheren Temperatur, wenn der Raucher inhaliert, und schädliche Substanzen werden vollständiger verbrannt. Zweitens wird der inhalierte Rauch durch die Zigarette gefiltert."
"Passivrauch kann im Haus zu einer Luftverschmutzung führen, welche bis zu 6 mal höher ist als der gesetzliche Standard für Luft außerhalb des Hauses erlaubt. In Studien wurden durch Zigarettenrauch Kohlenmonoxidkonzentrationen von über 9 ppm (Teile einer Million) erreicht, womit immer die Norm für Schadstoffteilchen überschritten wurde."
Untersuchungen der amerikanischen Umweltschutzbehörde kamen zu dem Ergebnis, daß: "Exposition gegenüber Passivrauch gelegentlich von einem erhöhten Risiko begleitet wird, an Infektionen des unteren Respirationstrakts zu erkranken... wie zum Beispiel Bronchitis und Lungenentzündung." Hier die Resultate weiterer Studien: " Personen mit Herz- oder Lungenleiden haben generell eine reduzierte Reservekapazität für den Transport von Sauerstoff zum Gewebe. Herzkranzgefäßerkrankte welche Passivrauch ausgesetzt sind, empfinden Angina Pectoris ( Herzschmerzen ) nach kürzerer Zeit körperlicher Betätigung, als jene, welche saubere Luft atmen. Kinder rauchender Eltern haben häufiger Atemwegserkrankungen und chronische Ohrenleiden als Kinder nichtrauchender Eltern. Die Lungenfunktion erwachsener Nichtraucher, welche an verrauchten Arbeitsplätzen arbeiten, ist im selben Ausmaß beeinträchtigt , wie die eines leichten Rauchers, wenn verglichen mit Personen, die in einer rauchfreien Umgebung arbeiten."

NICHTRAUCHERRECHTE
Die Tabakindustrie und ihre Fürsprecher haben die Nichtraucherbewegung beschuldigt, daß sie versucht persönliches Verhalten zu kontrollieren. Jedoch ist nichts persönliches daran, wenn es um die Verschmutzung der Luft geht, die wir einatmen. Im Gegenteil, es waren die Tabakfirmen , welche versuchten Informationen von offiziellen Studien über die Beziehung von Tabakrauch und Krankheiten zu zensieren. Es war die kulturelle Akzeptanz des Tabakkonsums in der Öffentlichkeit, welche den Nichtrauchern eine unfaire Last aufbürdete. Die Nichtraucherbewegung kümmert sich um das Recht aller Menschen, in einer Umgebung zu leben, zu arbeiten und sich zu unterhalten, welche nicht ihre Gesundheit gefährdet. Die Idee, das Rauchen von öffentlichen Plätzen zu verbannen wäre ein Übergriff auf die Rechte der Raucher, ist vollkommen absurd. Es ist die Zigarette, welche von öffentlichen Plätzen verbannt wird, nicht der Raucher! Ein Raucher kann sich in eine rauchfreie Umgebung begeben, solange er dort nicht raucht. Jedoch wenn sich ein Nichtraucher in eine verrauchte Umgebung begibt, wird er ein unfreiwilliger Raucher. Thomas Pain sagte einmal: „ Dein Recht, deine Hand auszustrecken, hört an meiner Nase auf.“
Der Kampf der Nichtraucherbewegung war ein Kampf, die Entscheidungsgewalt der Tabakindustrie aus der Hand zu nehmen. Über mehr als dreißig Jahre benutzte die Tabakindustrie Täuschung ,Einschüchterung durch wirtschaftlichen Druck und Unterschlagung von wissenschaftlichen Daten um das Bild aufrecht zu erhalten, daß Rauchen eine persönliche und manchmal eine kulturelle Entscheidung sei. Innerhalb des Nichtraucherbereichs des Berliner U-Bahnsystems finden sich zum Beispiel Aschenbecher, Zigarettenreklame, Zigarettenautomaten, Tabaktrafiken, rauchende Fahrgäste und Bahnpersonal, sowie hunderttausende von Zigarettenkippen zwischen den Gleisen. Obwohl ein aufkeimendes Bewusstwerden des Risikos die Behörden dazu veranlasste, einen Nichtraucherbereich zu schaffen, macht die kulturelle Akzeptanz es schwer, diesen durchzusetzen. Bittet ein Nichtraucher jemanden das Rauchen zu unterlassen, trifft er oft auf Zorn, und selbst eine Beschwerde bei Behörden erbringt meist nichts, da diese selbst Raucher sind. Diese Einstellung ist das Resultat von dreißig Jahren weltweiter Propaganda der Tabakfirmen, welche bewußt Raucher glauben ließen, daß Rauchen nicht abhängig mache oder gesundheitsschädlich sei.
1989, nach dem Fall der Berliner Mauer, wurden Berlin und die östlichen europäischen Länder von den Tabakfirmen regelrecht belagert, welche ihre Augen schon auf den neuen Markt richteten, um die Verluste wieder wett zu machen, die ihnen im Westen durch die Nichtraucherbewegung entstanden waren. Interne Aufzeichnungen der Tabakfirmen zeigten einen gezielten Versuch, 12 bis 14 jährige Jungen von Zigaretten abhängig zu machen, da sie die Lohnempfänger der Zukunft sein würden. Leute wurden dafür bezahlt, im Osten auf der Straße Gratiszigaretten an junge Burschen zu verteilen. Die Tabakindustrie verbreitete das Image, daß Rauchen ein Ausdruck der Freiheit sei, und mißbrauchte die Faszination von allem „Westlichen“ zu ihrem Vorteil.

DIE GESCHICHTE DER TABAKINDUSTRIE
Tabak wurde in Europa im frühen sechzehnten Jahrhundert aus Amerika eingeführt. Die ersten krankmachenden Effekte wurden Mitte des siebzehnten Jahrhunderts, und der erste tabakbedingte Krebs im späten achtzehnten Jahrhundert dokumentiert. Am 12 Mai 1994 erhielt Professor Stanton Glantz von der kalifornischen Universität in San Francisco eine Kiste mit 4000 Seiten geheimer interner Aufzeichnungen der Tabakindustrie. Diese Dokumente boten einen einmaligen Einblick in 30 Jahre Geschichte der Tabakindustrie.
Vor mehr als einem viertel Jahrhundert entdeckten Forscher der Tabakindustrie, daß Nikotin eine abhängig machende Droge war, und daß die Leute rauchten, um den Nikotinspiegel im Körper zu halten. Sie behielten geheim was sie herausgefunden haben, und leugnen bis heute, daß Nikotin abhängig macht. Eine neuere italienische Studie zeigte, daß Nikotin den gleichen Teil des Gehirns beeinflußt wie Heroin und Kokain.
Die Wissenschafter der Tabakindustrien wußten ebenfalls frühzeitig, daß Tabak lebensbedrohliche Krankheiten verursacht, aber verheimlichte diese Erkenntnisse vor öffentlichen Gesundheitsbehörden, aus Angst vor staatlichen Maßnamen. Die Wissenschafter widmeten anfänglich ihre Forschungen der Reduktion von Giftstoffen , beließen aber das süchtig machend Nikotin. Als die Forschungen zeigten, daß eine unschädliche Zigarette nicht entwickelt werden konnte, verwendete die Industrie ihr ganzes Geld und ihre Energie, um Informationen zu unterdrücken, die Öffentlichkeit zu täuschen und um sich vor Prozessen zu schützen. Die Rechtsanwälte übernahmen danach die Kontrolle über alle wissenschaftlichen Untersuchungen, um Rechtsstreitigkeiten und staatliche Vorschriften zu minimieren.
Die Veröffentlichung der geheimen Tabakdokumente führte zu strengen Bestimmungen über das Rauchen in öffentlichen Gebäuden. Ein positiver Nebeneffekt dieser neuen Bestimmungen ist die Tatsache, daß viele, die zum rauchen aufhören wollten, aber die Abhängigkeit nicht überwinden konnten, nun berichten, daß sie jetzt erfolgreich damit aufhörten, da sie nicht länger öffentlichem Rauch ausgesetzt sind. Der zweite Effekt ist, daß es nun möglich ist Raucherstudien durchzuführen, welche Personen verwenden, die in einer völlig rauchfreien Umgebung leben.

QUELLENVERZEICHNIS
Das Lesbigay Projekt für rauchfreie Luft. San Francisco
Gesundheitsamt San Francisco
Die Vereinigung von Amerikanern für die Rechte von Nichtrauchern
Der amerikanische Bund für Lungenkrankheiten
Die Umweltschutzbehörde der Vereinigten Staaten
St. Mary’s Klinik, London, England
Campagne der Urbana News-Gazette ( Illinois)
Der Leiter der Chirurgen der Vereinigten Staaten
Das amerikanische Zentrum zur Überwachung von Krankheiten
Nationales Institut für Sicherheit und Hygiene am Arbeitsplatz
Nationales Institut für Krebsforschung
Die San Francisco- Studie über die Gesundheit von Männern ( Universität Berkeley )
Die "Cigerette Papers" von Stanton A. Glanz

Zusammengestellt von Robert W. Starkey